From Zero to He… naja, zur 2. Herrenmannschaft ;-)

Wie viele andere hatte ich vor vielen, vielen Jahren meine aktive Fußballkarriere als Knirps begonnen. Ich muss wohl so 8 oder 9 Jahre alt gewesen sein. Heute wäre das die E-Jugend, aber in den späten 1970’er Jahren gab‘s in unserem kleinen Dorfverein eben nur die „Schüler“ – bis 14 Jahre – und die „Jugend“ (14 bis 18 Jahre). Anschließend ging‘s dann weiter in den Herrenbereich, wo ich mich über die Reserve bis zur 1. Mannschaft gekämpft hatte.

Leider jedoch hat dann irgendwann der Körper nicht mehr mitgemacht, nach der 2. Schweren Knieverletzung musste ich die hoffnungsvolle Karriere im zarten Alter von 22 Jahren beenden. Durch Beruf, baldige Familiengründung und vor allem die eigene Trägheit blieb dann nur noch der passive Sport. Was zur Folge hatte, dass das Gewicht und der Bauchumfang mit der Zeit immer mehr zunahmen. Klar, hier mal eine Diät mit 10 Kilo weniger, aber nach kurzer Zeit war das natürlich wieder auf den Hüften.

Mitte 2017 war dann selbst mir klar, dass sich etwas tun musste. Schon bei wenigen Treppenstufen geriet ich so dermaßen ins Schnaufen, als hätte ich einen Lauf von 10km bei den Olympischen Spielen absolviert! Ich erinnerte mich aber an das Programm „Fußballfans im Training“, welches der 1. FCN bereits im Frühjahr zum ersten Male gestartet hat. Und ich gehörte dann zu den Glücklichen, die bei der Fortsetzung im Herbst einmal wöchentlich an ihrer Ernährung und ihrer körperlichen Ertüchtigung arbeiten durften.

Natürlich blieb das auch im Familienkreis nicht verborgen. So sagte eben mein Sohn, dass wenn ich 10 Kilo abnähme, er meinen alten, verstaubten Spielerpass anfordere und mich in seinem Verein anmelde, sozusagen als quantitative (nicht qualitative! *g*) Verstärkung der 2. Herrenmannschaft. Nun ja, der Anreiz hat jedenfalls gewirkt, knappe 17 Kilo wurden es! Und so startete ich Anfang Februar in die Rückrundenvorbereitung, allerdings mit dem Großteil der 1. Herrenmannschaft, da nur wenige aus der Reserve zum Trainingsbesuch motiviert werden konnten. 😉

Leider wurde ich dann durch 2 ärgerliche Blessuren etwas ausgebremst und zurückgeworfen, doch zum ersten Spiel der Rückrunde war es dann soweit: Aufwärmen auf dem (anfangs gefrorenen, später matschigen, bis zum Knöchel aufgeweichten) Allwetterplatz in Bad Rodach, das Trikot mit der Nummer 12 über das wärmende Funktionsshirt gezogen. Und schneller als gedacht kam dann auch die Einwechslung: Nasenbluten unseren linken Innenverteidigers, also gleich mal nach 15 Spielminuten in den kalten Matsch geschmissen. 😉

Über das Ergebnis dieses Spiels (wie auch das folgende, das am gestrigen Sonntag ausgetragen wurde, hier war ich über 80 Minuten im Einsatz) decke ich mal lieber den Mantel des Schweigens. 😉 Aber das ist für mich auch nicht wichtig, es zählt einzig uns allein die Tatsache, dass ich vom Sportmuffel wieder zum Aktiven wurde! Ja, meine Mitspieler könnten bis auf zwei oder drei Ausnahmen alle meine Kinder sein, auch werde ich sicher nie mehr einen „Man of the Match“ Award abräumen. Aber dass ich mit meinen 47 Jahren noch in einer normalen Herrenmannschaft zu Einsätzen komme, und das nach etwas über 25 Jahren Pause, das erfüllt mich doch mit einigem Stolz!

Das alles wäre aber nicht möglichgewesen ohne die Deutsche Krebshilfe, ohne den 1. FC Nürnberg, ohne Lukas, unseren geduldigen Coach, der uns immer wieder neu motiviert hat. Und natürlich auch nicht ohne die Kollegen, Mitstreiter und Leidensgenossen. Euch allen möchte ich hiermit nochmals meinen Dank aussprechen:

Danke, wir sind der Glubb!!! 🙂

Über shultzie

Seamos realistas y hagamos lo imposible. - Seien wir realistisch, versuchen wir das Unmögliche. (Ernesto Che Guevara de la Serna)
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